Riding with Rilke

Mai 27, 2008

Riding with Rilke gibt es leider nur als englischsprachige Originalversion, soviel für alle Nicht-Engländer. Wer bei den ersten Sätzen merkt, dass sein Englischunterricht schon einige Tage in der Vergangenheit liegt, wird aber spätestens nach den ersten X Seiten merken, dass man verdammt schnell wieder in die Sprache eintaucht.

Der Autor ist Motorrad- und Literaturbegast und entsprechend ließt sich auch das Buch. Sorgfältig erklärt er, wie er zufällig zu Geld kam und es umgehend in eine Ducati Monster investierte. Er bekommt also bereits im ersten Kapitel einen echten Sympathievorsprung. Die Reise führt von Edmonton nach Austin, quer durch die schönsten Ecken des westlichen Amerikas. Es ist die University of Texas, die den Literaturprofessor durch das Land treibt. Zwischen den typischen Touranekdoten schweift Autor Ted Bishop gerne ab und erzählt so seine Sicht der Dinge, nicht selten über Virginia Woolf. Leider wirft der Prof seine Monster unterwegs ganz heftig in die Botanik ein, kommt aber verletzt relativ gut davon.

Warum ich das Buch mag? Ted Bishop kommt unglaublich echt rüber. Wenn er über einen Ritt in Regenkombi schreibt, fühlt man förmlich das Wasser, friert in den Fingern. Er kaufte seine Ducati Monster nicht aus Verlegenheit, vielmehr steckt dahinter ein echter Traum. Wer nicht ein absoluter Freak ist, würde niemals so einen Ritt auf einem Naked Bike wagen. Da gibt es echt gemütlicheres, fragt mal nach bei BMW oder KTM.

Für mich eine klare Kaufempfehlung. Kann man auch einem Kumpel schenken, ohne dabei schlechten Eindruck zu hinterlassen

Riding with Rilke, von Ted Bishop, Norton, ISBN 978-0-393-33074-8, 14,95 USD

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