Was darf ein Roller kosten? Viel, wenn man die Vespa-Tarife ansieht. Ob Gebrauchtware bei eBay oder gar eine neue Vespa: Das Original aus Italien ist alles andere als preiswert. Vor einiger Zeit habe ich die Werteinschätzung einer Top-Vespa mit 50 ccm aus den Siebzigern gehört, 3000 Euro soll das Teil im Falle einer Wiederbeschaffung kosten. Sofern diese überhaupt gelingt, denn diese Vespa ist wirklich traumhaft schön.
Genau dieses Preis-Manko führte zur Lebensberechtigung der Plastikbomber, also Billigroller unterschiedlichster Anbieter. In der aktuellen Epoche des Todsparens wir hier ein eiskalter Preiskampf geführt, ein eindrucksvolles Angebot habe ich im Onlineshop des Versandhauses Quelle gefunden. 999,99 Euro soll hier ein Roller kosten. Meine Meinung zu diesem Angebot: Finger weg, obwohl ich den Roller nicht kenne.
Es ist unmöglich, für diesen Preis ein sicheres Fahrzeug anzubieten, nichtmal der offensivste Einsatz von Kinderarbeit unter menschenunwürdigen Bedingungen erlaubt das. Ersatzteile gibt es vermutlich in wenigen Wochen nicht mehr, spätestens der TÜV legt das Teil bei der ersten Hauptuntersuchung lahm. Ja, und dann steht das Teil für tausend Euro für immer im Keller, denn für die endgültige Sperrmüllentsorgung fehlt dann doch der Mut.
Wer billig kauft, kauft teuer. Selten ist diese Binsenweisheit so zutreffend, wie bei Billigrollern. Bitte nicht falsch verstehen: Es gibt bestimmt auch Nicht-Vespas, die absolut empfehlenswert sind. Doch billig sind die auch nicht. Weil Gutes eben immer seinen Preis hat.
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